Maßnahmen an der Alster

Hier erhalten sie Informationen über die verschiedenen Maßnahmen

Holz im Wasser – so wertvoll wie im Wald

Totholz in der Alster
Totholz in der Alster

Totholz ist ein wichtiger Bestandteil des Lebensraums Bach. Durch Sturm oder Erosionsprozesse gelangen Äste oder ganze Baumstämme auf natürliche Weise in die Fließgewässer. Für viele Tiere und Pflanzen hat dieses Totholz eine große Bedeutung. Der sich dort bildende Bakterien- und Algenrasen ist eine wichtige Nahrungsquelle für Kleintiere. Größere Fische finden einen Unterstand in den Ausspülungen, die sich bei angesammelten Totholz im Gewässer bilden. Bei hamburgischen Gewässern herrscht allerdings ein Mangel an Totholz, das es regelmäßig entfernt wird um größeren Schäden bei Hochwasser entgegen zu wirken. In enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden soll im Rahmen von „Lebendige Alster“ wieder mehr Holz im Gewässer toleriert werden. Aktive Maßnahmen werden sein: Kontrollierte Tolerierung von Totholzansammlungen, Einbringung von mobilen Totholz sowie Einbau von einzelnen Bäumen samt Krone, so genannte Raubäume.

Einbau von Totholz als Video

Restrukturierung durch Totholz als Strömungslenker.  Alster im NSG Rodenbeker Quellental.
Restrukturierung durch Totholz als Strömungslenker. Alster im NSG Rodenbeker Quellental.

Kies für die Alster – Fundamente für das Leben im Fluss

Kies für die Alster

Das Kieslückensystem der Gewässersohle ist ein wichtiger Teillebensraum in unseren Fließgewässern, jedoch wurden viele durch den Ausbau der Gewässer zerstört. Daher lautet ein Schwerpunkt des Projektes „Lebendige Alster“: Kies für die Alster! Für die Tierwelt ist das Lückensystem zwischen Kies und größeren Steinen von großer Bedeutung. Forelleneier entwickeln sich hier, Fischlarven finden Schutz vor Fressfeinden und viele Kleintiere ernähren sich von Bakterien und Algen, die im Lückensystem wachsen können. Die Alster und ihre Nebengewässer wurden in den letzten Jahrhunderten immer wieder ausgebaut. Dabei wurden ihre natürlichen Kiessohlen auf vielen Abschnitten vollständig entfernt. Aktive Maßnahmen werden sein: Einbau von Kiesdepots an Prallhangbereichen, Einengung von Gewässern mit Strömungslenkern aus Kies und naturnahe Kolk-Rausche-Abfolgen, die angelegt werden.

Sand im Bach – Wüste unter Wasser

Sand im Bach

Über verschiedene Pfade werden große Mengen Sand in die Gewässer eingetragen, sodass er wüstengleich die natürlichen Strukturen überdeckt. Hamburgs Gewässer leiden, wie viele Gewässer im städtischen Raum, unter übermäßigen Sandeintrag. Durch die Kanalisation oder Erosionsprozesse gelangt der Sand in die Gewässer und gleicht einer „Walze“ aus mobilen Sand, die sich über die Sohle bewegt und wie ein Leichentuch bedeckt. Die für viele Tiere lebenswichtigen Kieslückensysteme werden dadurch zerstört. Deshalb muss der Sandeintrag reduziert und der bereits dem Gewässer zugeführte Sand wieder entnommen werden. Aktive Maßnahmen des Projekts „Lebendige Alster“ werden sein: Sandfänge, Gleithangsandfänge und eine Umgestaltung der Wege.

Kiesdepot als Vertrittschutz
Kiesdepot als Vertrittschutz. Der Zugang zum Wasser bleibt erhalten. Der Ast durfte auch liegenbleiben.

Auenentwicklung

Auenbereich

Natürliche Auen sind durch wechselnde Wasserstände und zeitweise Überschwemmungen gekennzeichnet. Sie weisen eine sehr hohe Artenvielfalt auf. Sie sind Kinderstube, Lebensraum sowie Wanderungsroute von Pflanzen und Tiere und spielen somit im Biotopverbundsystem unserer Fließgewässer eine zentrale Rolle. Verbliebende Restbestände sind verstärkt störenden Einflüssen von außen ausgeliefert. Die Entwicklung der verbliebenen Auenbereiche der Alster und ihrer Nebengewässer ist daher ein zentrales Anliegen des Projektes „Lebendige Alster“. An verschiedenen Abschnitten der Alster konnte durch Veränderung der Bewirtschaftung Auenentwicklung eine positive Auenentwicklung eingeleitet werden. Feuchtwiesenpflege in der Aue als Film

Durchgängigkeit im Herzen der Stadt

Weidenkugeln und andere Totholzstrukturen werden in den Fleet eingebracht.
Weidenkugeln und andere Totholzstrukturen werden in den Fleet eingebracht.

Die Alster mit ihrem schmalen Grüngürtel stellt einen wichtigen Wanderweg für viele Tierarten dar. In der Hamburger Innenstadt versperren Schleusen und Wehre den Weg. Glatte und steile Wände prägen die Ufer der kanalisierten Alster. Für ufer- und gewässerwandernde Tierarten ist die Alster in diesem Abschnitten als Ausbreitungskorridor untauglich. Anspruchsvolle Tier- und Pflanzenarten finden keinen Lebensraum und können ihre Nahrungs- oder Vermehrungsgebiete nicht erreichen. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung eines Wanderkorridors von der Alster bis zur Elbe. Wo naturnahe Ufer an der kanalisierten Alster aus städtebaulichen Gründen nicht realisierbar sind, sollen Maßnahmen entwickelt werden, wie die Durchwanderbarkeit für die Tiere in und an der Alster bis zur Elbe verbessert werden kann. „Lebendige Alster“ will hierzu innovative Lösungen in Zusammenarbeit von Stadtplanung und Naturschutz entwickeln. Die Anbindung der Alster an die Elbe über die Rathaus- und Schaartorschleuse stellen dabei besondere Herausforderungen dar.

Maßnahmen in der Fleetalster als Video

Umweltbildung bedeutet Nachhaltigkeit lernen

Umweltbildungsangebot

Im Projekt "Lebendige Alster" wird die naturnahe Entwicklung der Fließgewässer mit Umweltbildungsangeboten verknüpft. Mit einer Kooperation mit Schulen will das Projekt Kinder und Jugendliche für die Natur begeistern sowie intensives Wahrnehmen und die Neugierde auf Natur "direkt vor der Haustür" an der Alster un ihren Nebengewässern ermöglichen und fördern. Praktische Angebote: Exkursionen zur Beobachtung von Pflanzen und Tieren, Aktionstage an denen Schulgruppen durch Pflanzungen oder das Anlegen von Kiesbetten die Gewässer ökologisch aufwerten.

Gewässerrenaturierung mit Ehrenamtlichen als Film

Ufer als Übergangsbereich

Ufer als Übergangsbereich

Die Ufer bilden den wichtigen und sensiblen ökologischen Übergangsbereich zwischen aquatischem und terrestrischem Lebensraum. Die Wurzeln der Bäume ragen ins Wasser und bilden Unterstände für die Fische. Uferröhricht bietet Versteck und Brutmöglichkeit für viele Tiere. Sie können selbst bei Reduzierung auf einen sehr schmalen Streifen noch für die Lebensraumqualität des Gewässers entscheidende Renaturierungsmöglichkeiten bieten. Wo mehr Raum zur Verfügung steht, greifen Maßnahmen der Auenentwicklung.