Eine Grüne Schute im Alsterfleet

Seit dem 05. Dezember liegt die "Grüne Schute" im Alsterfleet Höhe Admiralitätsstraße. Der 23 Meter lange Lastenkahn wurde im Auftrag des Projektes „Lebendige Alster“ zu einem Ort der Umweltbildung umgebaut und soll sich zu einem einzigartigen und wertvollen Lebensraum in den Fleeten entwickeln.

Der Alsterfleet ist für Wasserorganismen die einzige Verbindung zwischen Alster und Elbe. Lange Zeit war diese Verbindung durch Schleusen und Wehre verbaut. Wanderungen, die viele Fischarten unternehmen, um Laichplätze, Fressplätze, Schutz oder Winterlager aufzusuchen, wurden damit verhindert und so der Lebensraum für diese Arten erheblich eingeschränkt. 

Mittlerweile wurde diese Durchgängigkeit zwischen Alster und Elbe durch die Fischtreppen an der Mühlenschleuse und der Rathausschleuse wiederhergestellt . Eine Wanderung von Organismen von der Elbe durch Nikolai-, Mönkedamm- und Alsterfleet in die Alster ist nun theoretisch möglich.

Die Fleete als extremer Lebensraum
Die Bedingungen für Wasserorganismen im Bereich der Fleete sind allerdings extrem: Der Wasserstand in der Hamburger Altstadt wird durch Schleusen geregelt. Während der Pegel der Alster oberhalb der Rathausschleuse tagsüber stabil gehalten wird, führt das Absenken des Pegels nachts zu extremen Strömungsgeschwindigkeiten. Bei starken Niederschlagsereignissen und entsprechendem Abfluss ist mit Fließgeschwindigkeiten von 2m/s zu rechnen. Die steinernen Ufer und der Grund der Fleete bieten dabei nur beschränkte Unterschlupfmöglichkeiten für Wasserorganismen.

Schutenprogramm:
Die Grüne Schute wird am 15. Mai 2020 offiziell eingeweiht. An dieser Stelle finden Sie ab Frühjahr   2020  das Programm mit Terminen zu Führungen und weiteren Veranstaltungen auf der Grünen Schute.

Vegetationsfreier Lebensraum Fleet

Die Unterläufe von Tieflandflüssen wie der Alster sind natürlicherweise weit verzweigte mit Schilf und Röhricht bestandene Sumpflandschaften. Die Fleete dagegen sind praktisch vegetationsfrei. Im Projekt „Lebendige Alster“ wurde ab 2016/2017 mit künstlichen Einbauten versucht,  Lebensraumstrukturen zu schaffen. Wasser- und Unterwasservegetation fanden sich bei diesen Maßnahmen nicht. 

Die Grüne Schute als modellhafter Lebensraum
Auf der Grünen Schute wurden verschiedene Vegetationszonen modellhaft angelegt. Ob es in den Fleeten Tierarten gibt, die diese Lebensräume besiedeln, wird in den kommenden Jahren regelmäßig untersucht. Kommen die Tiere auf und in die Grüne Schute wäre bewiesen, dass man mit künstlich geschaffenen Lebensräumen augenscheinlich naturferne, innerstädtische Gewässerkorridore aufwerten kann.

Forschen, lernen und erleben - die Grüne Schüte als Ort der Umweltbildung
Neben der modellhaften, ökologischen Aufwertung des Wasserkorridors durch den „Lebensraum Grüne Schute“ soll diese Einrichtung ein Ort der Umweltbildung werden. Aquatische Lebensräume und ihre Bewohner bleiben den meisten Bürgern verborgen. Gerade die urbanen Gewässer werden nicht als ein Raum erkannt, in dem viele teils seltene Tierarten leben und der zum Beispiel als Wanderkorridor für in ihrem Bestand bedrohte Fischarten von existentieller Bedeutung ist.

 Auf der Grünen Schute sollen diese Lebensgemeinschaften erlebbar und über die Bedeutung des Gewässerabschnittes für die Ökologie des Alster-Gewässersystems informiert werden.

Ab Mai 2020 wird es auf der Grünen Schute für interessierte Bürgerinnen und Bürger und vor allem Schulklassen ein spannendes und lehrreiches Programm geben.

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