Neue Meerforellen für die Alster

Im Rahmen unseres Alster-Meerforellen-Projektes haben wir in diesem Herbst sogenannte Grüne Eier in zwei ausgewählten Kiesbetten platziert.  In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob die Verhältnisse in der Alster für eine natürliche Reproduktion geeignet sind.

Die Probe aufs Exempel

In den letzten beiden Wintern wurden Meerforellen-Eier in Brutboxen auf und in ausgewählten Kiesbetten im Oberlauf der Alster platziert. Für diese erfolgreichen Versuche hatten wir Eier im sogenannten Augenpunktstadium genommen. Solche Eier sind schon einige Wochen im Bruthaus gereift und robuster als die frisch abgelaichten "Grünen" Eier. In dieser Saison haben wir etwas über 4.000 gerade erst befruchtete Eier in händisch gebauten Laichgruben platziert, um eine möglichst natürliche Laichsituation zu simulieren. Der Versuch mit diesen Grünen Eiern soll zeigen, wie geeignet die Bedingungen in den Laichbetten für die Entwicklung der Salmoniden-Nachkommen ist.  

Die Eltern kommen aus der Oste

Am 24. November ging es frühmorgens nach Sittensen. Hier betreibt der Sportfischer-Verein Sittensen e.V. ein Bruthaus für Forellen. In ehrenamtlicher Arbeit werden hier Meer- und Bachforellen, die in der Oste und ihren Zuflüssen gefangen wurden, abgestreift, vermehrt und als junge Fische wieder in den Heimatgewässern ihrer Eltern eingesetzt.

Gewässerstruktur oft nicht gut genug für die natürliche Reproduktion

Mit diesem Besatz versuchen die Angler, vorhandene Forellen-Vorkommen zu stützen. Oft sind die Reproduktionsbedingungen in den Fließgewässern nicht gut genug für eine natürliche Vermehrung. Die Forellen befreien beim Schlagen der Laichgrube das Kiesbett zwar vom Sand, der das Lückensystem zwischen den Kieseln verstopft, transportiert der Bach oder der Fluss jedoch unnatürlich viel Sediment, verstopft das Kiesbett, bevor die kleinen Forellen geschlüpft sind und die Eier sterben ab.

Bleiben Kiesbetten über mehrere Jahre unbelaicht,  kann es zudem sein, dass sie von Sediment so stark überdeckt und verbacken sind, dass die Forellen sie nicht mehr aufwühlen können.

Wie sind die Verhältnisse an der Alster?

Die 4.000 Grünen Eier liegen jetzt in zwei ausgewählten Kiesbetten in der Alster - eines oberhalb und eines unterhalb der Poppenbüttler Schleuse. Abhängig von der Wassertemperatur werden aus den Eiern im Februar oder spätestens Anfang März junge Meerforellen schlüpfen. Monatlich werden wir die Sauerstoffverhältnisse im Kiesbett nahe der Eier messen und im Frühjahr wird kontrolliert, wie viele sich entwickelt haben.

 

Mittel stammen aus der Fischereiabgabe
Die finanziellen Mittel für den Kauf der Meerforelleneier sowie das Einbringen und das Monitoring der Entwicklung der Eier stammen aus der Fischereiabgabe. Alle Angler und Fischer, die ihrem Hobby oder ihrem Beruf in den Hamburger Gewässern nachgehen, müssen dafür eine jährliche Abgabe zahlen. Aus dieser Abgabe werden unter anderem Besatzmaßnahmen aber auch Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Verhältnisse der Gewässer und Ufer bezahlt.

Wir sind gespannt wie sich die Meerforelleneier entwickeln und werden berichten!

 

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